Was tun bei Zweifel?


Kämpfst du manchmal mit Zweifel? Ob Gott existiert, ob die Bibel verlässlich ist, ob er dich geschaffen hat, ob er einen Plan für dein Leben hat, ob er sich überhaupt für dich interessiert, ob … ? Zweifel sind unangenehm, vor allem wenn man sie nicht beseitigen kann und neue dazu stossen. Doch wie wird man diese Zweifel los? Hast du auch schon mit Gott verhandelt und Bedingungen gestellt, dass er dies und jenes tun möge, um deine Zweifel auszumerzen? Hast du auch schon um ein Zeichen, einen Gottesbeweis gebeten? Meine Erfahrung ist, dass Gott in solchen Situationen nicht reagiert. Ich muss dann unweigerlich an die Episoden denken, worin die Pharisäer ihn um ein Zeichen bitten und Jesus es ihnen verweigert. Das einzige Zeichen, das er ihnen geben will, ist jenes von Jona. Dies ist eine Anspielung auf seinen Tod und Auferstehung am dritten Tag, da Jona ebenfalls am dritten Tag ausgespuckt wurde. An anderer Stelle erzählt er das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. Der reiche Mann kommt nach dem Tod in die Hölle und bittet Abraham, seine fünf Brüder zu benachrichtigen, damit sie Busse tun.

Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Busse tun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde. Lukas 16,29-31


 Dass sich ein Mensch ändert und dass er seine Zweifel beseitigt, löst sich nicht dadurch, dass Gott ein bestimmtes Zeichen geschehen lässt. Unsere zweifelnde Haltung wird dadurch nicht verändert. Die Jünger Jesu bieten dafür eine Menge Beispiele. Obwohl sie die ganze Zeit mit Jesus unterwegs sind und viele Wunder erleben, sind sie nicht davor gefeit Zweifel zu haben. Jesus pflegt sie dann für ihren Unglauben oder ihre Kleingläubigkeit zu tadeln, was die Ursache der Zweifel ist. Demnach ist es der Glauben, der hilft. Wenn wir von Glauben reden, meinen wir damit immer auch Vertrauen, denn das griechische Wort Pistis trägt diese zwei Bedeutungen. Vertrauen ist ein fester Bestandteil der zwischenmenschlichen Beziehung und keine Freundschaft kommt ohne sie aus. Aber man kann Vertrauen nicht beweisen oder einfordern. Man baut Vertrauen auf oder lernt eine Person kennen, indem man gemeinsam unterwegs ist, Sachen erlebt oder zu einem Date einlädt. Dies gilt auch für unsere Beziehung mit Gott. Er schickte Jesus nicht auf die Erde, um durch sein Leben und Sterben einen Gottesbeweis zu liefern, sondern um die Menschen mit sich zu versöhnen und Gemeinschaft zu leben. In meinen Zweifel versuche ich immer wieder in diese Gemeinschaft zurückzukehren, auch wenn ich in einem Spannungsfeld lebe, das ich nicht auflösen kann. Mein Gottvertrauen hilft mir aber diese Spannung zu ertragen und mich selber nicht zu wichtig zu nehmen. Es reicht mir zu wissen, dass bei ihm diese Zweifel verschwinden. Das bezeuge ich. 

Joshi

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