"Bahnt einen Weg für Wladimir Yourkewitsch..."



Hätte die New-Yorker Bevölkerung von 1942 dem russichen Schiffsingenieur einen Weg gebahnt, hätte er entscheidende Hilfe leisten und den Untergang eines Schiffes verhindern können...

Aber was war überhaupt geschehen? Beginnen wir von vorne mit der Geschichte eines verkannten
Die "Normandie" 1935 (Quelle: Wikipedia)
russischen Schiffsingenieurs. In der Hochblüte der atlantischen Passagierschiffsfahrt liess Frankreich das prunkvolle Schiff "Normandie" bauen. Es ging um Prestige, man wetteiferte, wer den Atlantik noch schneller durchkreuzen kann. Nun lancierte die Grande Nation dieses ambitiöses Projekt; war es doch seinerzeit das grösste und längste Schiff, es sollte der Stolz Frankreichs werden. Der russische Schiffsingenieur Wladimir Yourkewitsch war für die Planung und Realisierung dieses Luxusliners verantwortlich.


prunkvoller Speisesaal (Quelle: jaganaud.de)
Trotz Weltwirtschaftskrise lief die "Normandie" 1932 vom Stapel und absolvierte 1935 ihre Jungfernfahrt. Prompt brach sie sowohl den Geschwindigkeitsrekord von Le Havre nach New York (4 Tage, 3h) als auch jenen für den Rückweg nach Cherbourg. Auch bei der Innenausstattung setzte man neue Massstäbe, ein zentral gelegener Saal mit 86m Länge, klimatisiert wohlverstanden, stellte den Ingenieur Wladimir Yourkewitsch vor herausfordernde Speziallösungen bezüglich Statik. Getauft wurde das Schiff in einer glamourösen Zeremonie von der Gemahlin des damaligen französischen Präsidenten. Der russische Erbauer blieb im Hintergrund.

Mit Beginn des zweiten Weltkrieg musste die "Normandie" im Hafen von Manhattan angetaut ihr Dasein fristen bis die US-Küstenwache 1941 entschied, dass aus ihr ein Truppentransporter, "AP-53 Lafayette", werden sollte. Die dafür notwendigen Umbauarbeiten ging man zügig an. Während Schweissarbeiten brach aber leider ein Feuer aus. Die Arbeiter und die herbeigerufene Feuerwehr versuchten alles, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Nur war niemand mit den französischen Feuerlöschsystemen vertraut, riesige Wassermassen wurden zur Brandbekämpfung ins Schiff gepumpt. Die New Yorker Feuerwehr, Freiwillige, Hafenarbeiter, Hilfstruppen, alle versuchten sie einen Beitrag zu leisten in diesem Durcheinander. Der Brand konnte zwar gelöscht werden, doch leider kenterte dabei der einst so stolze Riese.

Wladimir Yourkewitsch, zur Zeit des Unglücks in New York, musste weinend zusehen, wie sein Schiff mehr und mehr Schlagseite bekam und kenterte. Ihm schenkten die lokalen Ordnungskräften kein Gehör und sie liessen ihn nicht zum Quai durch. Er wurde also im wahrsten Sinne verkannt. Er hätte die Sicherheitssysteme, die Feuerlöschvorrichtungen, ja jede Ecke seines Schiffes gekannt und so die Löscharbeiten anleiten und koordinieren können.

Genauso wie der Schiffsingenieur, kennt auch unser Schöpfer sein Werk in und auswendig. Unser himmlischer Vater kennt uns und hätte die Anleitung, das Rezept für so manche Situation. Doch wie oft sind wir dem Aktivismus verfallen, der Hektik des Alltags, wir versuchen zu retten was zu retten ist, ohne dabei den Erfinder um Rat zu fragen. Oder wir lassen ihn gar nicht erst "durch". Nehmen sie sich doch kurz die Zeit, lieber Leser, um sich diese Geschichte im übertragenen Sinne vor Augen zu führen. Wo stehen wir dem Wirken von unserem Gott, der uns durch und durch kennt, selber im Weg?

Schliessen würde ich gerne mit einem Vers aus der Bibel, Jesaja 40,3:
Hört, jemand ruft: "Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste, baut eine Straße für unseren Gott!"

die Lafayette im Hafen von New-York (Quelle Spiegel)
Markus Oetiker

weiterführende Links:
Spiegel-Artikel
SRF-Doku über Ozeanriesen

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