Auf der Suche nach der Oase in der Wüste




Vielleicht hast du das Gefühl, dass man dich gerade in die Wüste geschickt hat. Alles, was das Leben lebenswert, abwechslungsreich und spannend macht, existiert praktisch nicht mehr: Restaurants, Kinos, Sportanlässe, Konzerte, im Stübli essen, Höcks, Schuhgeschäfte (Ich brauche neue Joggingschuhe) sind geschlossen oder abgesagt. Fast alle Aktivitäten reduzieren sich innerhalb der eigenen vier Wände. Mein Zuhause ist gleichzeitig ein X-Stern-Restaurant, ein 4-Saal-Kino, ein Gaming-Palast, Fitnessstudio, Café, Bandraum, Universität, Bibliothek, Büro und Kirche, aber wir sind uns wohl einig, dass das irgendwie doch nicht das Gleiche ist. Trotz all diesen Möglichkeiten schmeckt das Leben in der Isolation fad. Es ist öde, leer und einsam, eben wie in einer Wüste. Fühlst du dich auch so, als ob du in die Wüste geschickt wurdest?

Eine Wüste ist ein Ort, an dem ein Mensch eigentlich nicht sein will, denn sie ist eine unbebaute und unbewohnte Gegend, die im schlimmsten Fall tödlich ist. In eine Wüste geht man aus zwei Gründen (vielleicht gibt es auch mehr Gründe): Entweder als Tourist, um mal etwas Neues zu sehen, weil es in der Schweiz nun mal keine Wüsten gibt, oder weil zwischen Punkt A und Punkt B eine Wüste liegt, die es zu überwinden gibt. Ich glaube, es gibt wenige Fälle, in denen Menschen in die Wüste gehen, um dort zu bleiben.















Stell dir mal eine Wüste vor, zum Beispiel die Sahara, in die du unfreiwillig gerätst: Sanddünen, so weit das Auge reicht, unerträgliche Hitze am Tag, erbarmungslose Kälte in der Nacht, und ohne Wasser bist du aufgeschmissen. Plötzlich merkst du, dass die meisten Sachen dort ziemlich wertlos sind, Wasser dagegen wird zu einem unbezahlbaren Gut. Zeiten der Not und der Entbehrungen, sogenannte Durststrecken, schärfen unseren Blick für lebenswichtigen Sachen. Deshalb sind Durststrecken auch so wichtig und es lohnt sich im übertragenen Sinn in die Wüste zu gehen, das heisst an einen Ort fernab der Zivilisation und der Ablenkung. Dort wirst du dir deiner inneren Leere und deinem Durst nach Sinn bewusst und du wirst dich fragen, wie du diesen Durst stillen kannst. In dieser Stille und Ruhe wird es dir leichter fallen Gottes Stimme zu hören. Dies ist eine Erfahrung, die viele Leute in der Bibel machen, die in die Wüste gehen. Die Israeliten erleben dies nach dem Auszug aus Ägypten und bleiben 40 Jahre in der Wüste (gerade weil sie Gottes Stimme nicht hören bzw. gehorchen). Auch Elia verbringt einige Zeit in der Wüste und kommt mit einer neuen Berufung hinaus. Die Wüste (auch im übertragenen Sinn) ist der Ort, wo Gott als Versorger auftreten kann, wenn du dir bewusst wirst, dass Gott den Durst deiner Seele stillen kann. Dies ist auch sein Versprechen:
Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt (Joh. 4,13-14).

Ich ermuntere dich dazu, dir von Gott die Oasen in der Wüste zeigen zu lassen.

Joshua Bartholdi

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