Pur

Die Suche nach dem „Puren“ treibt mich schon länger um. Sei es auf Reisen, beim Aussuchen von Restaurants, Orten etc… Ich will immer den Kern, das Wirkliche finden. Was ist das Echte, Reine, das Originale und was nur Schnickschnack, der entweder zu viel ist oder gar unpassend?
Demnach kann etwas wirklich Pures gar nicht mehr kritisiert oder beurteilt werden, denn es ist einfach so wie es ist, pur eben und somit in seiner Existenz echt und ohne verfälschendem Beigemüse, unvermischt.

Man nennt dieses Streben auch Purismus, v.a. in Architektur und Sprache verbreitet. Was Purismus im gängigen deutschen Sprachgebrauch bedeutet, findet ihr hier: https://www.duden.de/rechtschreibung/Purismus

pures Grill-Restaurant in Usbekistan
Die Leidenschaft, das Pure zu entdecken, treibt teilweise merkwürdige Blüten. So habe ich mir im
Kopf schon oft die Faktoren, welche Purheit (ein Wort, das ich kreiiert habe, im Frühhochdeutsch aber leider schon bekannt war ;-() definieren, zurechtgelegt. Wie muss ein Ort aussehen, damit er pur ist? Oder wann ist ein Restaurant pur?
In Diskussionen merke ich dann schnell, dass andere das wirklich Originale, das Ursprüngliche, das Pure anders definieren würden als ich. 


Gibt es also keinen absoluten Maßstab für das Pure?
Für Orte und Restaurant vielleicht nicht, das liegt im Auge des Betrachters. Doch, der Schöpfer des Originalen definiert ihn selbst: In der Bibel finden wir sehr wohl, was rein und unverfälscht ist. Gott selbst ist rein, unvermischt mit Bösem. Und dieses Reine sollen wir suchen. Mein Wort „pur“ kommt in der Bibel nur in der englischen Übersetzung vor („pure“), dort aber 98x. Im Alten Testament werden die Gegenstände für den Tempeldienst mit reinem, eben purem, Gold überzogen. Um damit Gott ehren zu können. Ebenso soll heute unser Herz rein sein. Ein „reines“ Herz in ihm zu schaffen, das wünscht sich David beispielsweise von Gott in Psalm 51. Und Paulus fordert uns auch dazu auf. Aus der Isolation, dem Gefängnis, schreibt er Briefe, unter anderem den an die Philipper. Mein Lieblingsbrief. Darin betont er, dass die Philipper sich freuen sollen am Herrn allezeit (auch bemerkenswert in Tagen von Corona!), und eben – dass die Philipper nach dem Reinen streben sollen. 

 “Finally, brothers, whatever is true, whatever is honorable, whatever is just, whatever is pure, whatever is lovely, whatever is commendable, if there is any excellence, if there is anything worthy of praise, think about these things.” Philipper 4,8

Doch bereits vorher, in Kapitel 1, ist es Paulus ein Anliegen, dass wir, das suchen sollen, worauf es ankommt. 

9 Und ich bete dafür, dass eure Liebe reicher und reicher werde an Erkenntnis und zu umfassender Einsicht gelangt, 10 und dass ihr so zu prüfen vermögt, worauf es ankommt; dann werdet ihr rein sein und ohne Tadel am Tag Christi, 11 erfüllt von der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus wirkt, zur Ehre und zum Lob Gottes. Philipper 1,9ff 

Ich will mir sein Gebet zu Herzen nehmen. Ein komplett reines Herz ist ein Ideal, nach dem wir streben sollen. Erreichen werden wir es nie zu 100%. Doch gerade durch die besonderen Umstände in dieser Zeit, will ich mir überlegen, auf was es ankommt. Die Liebe zu Jesus soll uns Stück für Stück zu einem reineren Herz führen. Ich möchte wie David, immer wieder nach einem reinen Herz suchen. Ich will meine Leidenschaft, ja meinen Drang fürs Pure, nicht nur für Restaurants u.ä. anwenden, sondern auch für die Beziehung zu Gott unserem Vater und Jesus, seinem Sohn. 

Markus Oetiker

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