Danke!

Ich stand in der Küche, als ich vernahm, dass man wegen dem Corona-Virus ab sofort möglichst zu Hause bleiben sollte. Sogleich ärgerte ich mich:

"Wollen die uns wirklich vorschreiben, dass meine Eltern ihre Enkelkinder nicht mehr besuchen dürfen?!"
"Kann einem tatsächlich versagt werden, dass man sein Haus nicht verlassen darf, keine Freunde treffen, kein spazieren, flanieren, lädelen...?!"
"Wenn schon zu Hause eingesperrt, wieso kann man dann nicht wenigstens die Dinge einkaufen, die einem das rumsitzen erträglich machen würden (Geschenke und Blumen für Freunde und Einsame, Bastel-/Werkwaren für Projekte, Klimbim für Hobbys, etc)?!" 


Lauter solche Dinge schwirrten mir durch den Kopf, als ich gerade Wasser für das Mittagessen ob tun wollte. Ich griff nach dem Wasserhahn. Da realisierte ich: Aber ich habe immer noch warmes Wasser! (Wir waren mal drei Tage ohne warmes Wasser. Man kommt sich schön blöd vor, wenn man die Nachbarn fragen muss, ob man bei ihnen kurz duschen könnte...).

"Danke für das warme Wasser."

Nach dem Essen schmiss ich den Wasserkocher an, um anschliessend gemütlich mit einem Instantkaffee auf das Sofa zu sitzen.
Strom, wir haben immer noch Strom! Geschirrspüler, Herd, Ofen, Mikrowelle, Wasserkocher, Waschmaschine, Tumbler, Stereoanlage, das Licht im ganzen Haus, div. Küchenmaschinen, Kühlschrank und Tiefgefrierer, Föhn, PC, Handy... als (Haus-) Frau bist du ganz schön aufgeschmissen ohne Strom! Auch das hatten wir schon mal. Ich weiss noch genau, wie ich damals pressiert habe, um möglichst vieles vor Sonnenuntergang im Haus erledigt, versorgt, aufgeräumt, vorbereitet zu haben!

"Danke dafür, dass wir Strom haben."

Abends lag ich ziemlich erschlagen auf meinem Bett. Herrlich, den Kopf auf ein sooo bequemes Kissen zu legen! Spontan fing ich zu beten an:

"Danke Gott, ich habe ein Bett.
Und ein wunderbar bequemes Kissen!"
 

"Danke Gott, für das schützende Dach über meinem Kopf und die Wände, welche den Wind abhalten."
 

"Danke Gott, wir haben keinen Hunger. Ja, noch nie gehabt!"

"Danke, ich habe Eltern."

"Danke."

Ruth Kohler
 

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